Der Princessehof von Maria Louise

Der Princessehof von Maria Louise Jetzt zu sehen

Samstag, 20. Juni, eröffnet eine neue Ausstellung im Princessehof in Leeuwarden: Het Princessehof van Maria Louise. Der Stadtpalast in der historischen Innenstadt verdankt seinen Namen der Stammmutter des heutigen niederländischen Königshauses: Maria Louise von Hessen-Kassel, Prinzessin von Oranien-Nassau. Eine intime Ausstellung ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen ihres bewegten Lebens. Durch Porträts, Drucke, Zeichnungen und einen verzweigten Stammbaum der Oranier wird deutlich, dass Maria Louise entscheidend für den Erhalt der Oranier-Dynastie gewesen ist. Die Ausstellung wird ein fester Bestandteil des Museums, das mit der Maria Louise- und der erneuerten Escher-Ausstellung seiner faszinierenden Geschichte Bekanntheit schafft.

Im Erdgeschoss des Stadtpalastes, wo die Prinzessin seit 1731 bis zu ihrem Tod 1765 wohnte, macht der Besucher Bekanntschaft mit Maria Louise von Hessen-Kassel, Prinzessin von Oranien-Nassau. Ein neuer Saal ist mit Porträts von Maria Louise und ihrer Familie ausgestattet; weitere Gegenstände und Drucke illustrieren diese einflussreiche Periode der friesischen Nassauer. Maria Louise stammte aus einer bedeutenden adligen deutschen Familie, heiratete mit 21 Jahren Johan Willem Friso von Nassau-Dietz, Statthalter von Friesland und Groningen. Seit 1702 trug er auch den Titel Prinz von Oranien. Ihr Leben war ein sehr bewegtes. Als sie erst 23 Jahre ist, hochschwanger und Mutter einer Tochter im Kleinkindalter, stirbt ihr Mann völlig unerwartet. Für zwanzig Jahre übernimmt sie als Regentin dessen statthalterlichen Aufgaben bis ihr Sohn erwachsen ist.

Mächtigste Frau der Niederlande
Die Machtbefugnisse ihres Sohnes Wilhelm IV. werden 1747 stark erweitert zum Statthalter der gesamten Republik. Als er nach kurzer Krankheit verstirbt und wenige Jahre später auch seine Frau, ist ihr Sohn und Thronfolger noch minderjährig. In hohem Alter übernimmt Maria Louise wieder die Aufgabe der Regentin, diesmal für ihren minderjährigen Enkel und für die ganze Republik der Niederlande. Unter ihrer Herrschaft wächst der Einfluss der friesischen Nassauer. In einem Stammbaum in der Ausstellung wird anschaulich, dass König Wilhelm Alexander, Prinz der Niederlande und Prinz von Oranien-Nassau, in direkter Geschlechterlinie von ihr abstammt.

Stadtpalast
Zwischen ihren beiden Regierungsperioden kaufte Maria Louise in der Grote Kerkstraat in Leeuwarden einige nebeneinander liegende Häuser. Sie beauftragte den berühmten französischen Baumeister Anthony Coulon (1682-1749) die Häuser miteinander zu verbinden. So entsteht der Princessehof, wo auch jetzt noch ein Stilzimmer zu besichtigen ist, eingerichtet als Esszimmer von Maria Louise.

Im Princessehof ist heute das Nationale Keramikmuseum beheimatet. Neben wechselnden Ausstellungen sind ab dem 20. Juni zwei neue feste Ausstellungen zu sehen. Der Stadtpalast ehrt damit seine berühmtesten Bewohner: Maria Louise und Maurits Cornelis Escher. M.C. Escher ist 1898 im Princessehof in Leeuwarden geboren.

Die Texte sind verfügbar in Niederländisch, Englisch und Deutsch. Neben der neuen Ausstellung über die Prinzessin von Oranien-Nassau und der aufgefrischten Präsentation zu M.C. Escher hat auch der Teesalon ein botanisches „Make-over“ erhalten. Der Eingang des Museums, an den Garten des Palastes angrenzend, hat nunmehr Ähnlichkeit mit einer Orangerie aus der Zeit von Maria Louise. Mit den Erneuerungen und den neuen Ausstellungen ist der Princessehof absoluter Anziehungspunkt, ein „Must-see“, in der historischen Innenstadt von Leeuwarden.